Im März 2026 reiste erneut ein Team aus der Schweiz nach Tabora in Tansania, um gemeinsam mit dem Team des Kitete Regional Referral Hospital geburtshilfliche Simulationstrainings durchzuführen. Bereits zum fünften Mal in Folge hatten wir die Möglichkeit, diese Kurse vor Ort anzubieten. Das Schweizer Team bestand in diesem Jahr aus zwei Hebammen und zwei Ärzten.
Für Prof. em. Irene Hösli war es zugleich der letzte Einsatz in Tabora. Seit 2015 war sie jährlich vor Ort und hat die geburtshilfliche Zusammenarbeit entscheidend mitaufgebaut und geprägt. Mit ihrem langjährigen Engagement, ihrer Erfahrung und ihrem unermüdlichen Einsatz hat sie die Kooperation nachhaltig gestaltet und viele Menschen inspiriert. Dafür möchten wir ihr von Herzen danken.
Während des Aufenthalts wurden insgesamt vier Kurse durchgeführt: ein viertägiges Simulationstraining im Kitete Hospital, ein zweitägiger Kurs in einem District Hospital der Region sowie zwei eintägige Trainings an der Hebammenschule in Tabora. Insgesamt nahmen rund 90 Hebammen und Ärzte an den Fortbildungen teil.
Im Zentrum der Kurse standen geburtshilfliche Notfallsituationen wie schwere Blutungen vor und nach der Geburt, Präeklampsie und Eklampsie, Sepsis sowie Schulterdystokie. Auch die Kommunikation in Notfallsituationen hatte einen wichtigen Stellenwert in den Trainings. Durch die simulationsbasierten Trainings konnten kritische Notfallsituationen unter realitätsnahen Bedingungen geübt, klinische Abläufe reflektiert und insbesondere Teamarbeit, Kommunikation und Entscheidungsfindung in akuten Situationen verbessert werden. Der Austausch mit den Teilnehmenden war erneut sehr bereichernd, da viele eigene Erfahrungen und konkrete Herausforderungen aus dem klinischen Alltag eingebracht wurden. So lernen wir gegenseitig voneinander.
Die beiden Kurstage an der Hebammenschule in Tabora boten zudem die Möglichkeit, mit angehenden Hebammen intensiv zusammenzuarbeiten. Das grosse Interesse und die engagierte Mitarbeit zeigten erneut, wie wichtig eine praxisorientierte Ausbildung in der Geburtshilfe ist. Die enge Zusammenarbeit mit dem Team des Kitete Referral Hospitals sowie mit den Lehrpersonen der Hebammenschule bleibt dabei ein zentraler Bestandteil unseres Engagements und bildet die Grundlage für eine langfristige und nachhaltige Weiterentwicklung der geburtshilflichen Versorgung vor Ort.
Besonders schön ist es für uns, auch während des Jahres immer wieder Fotos und Nachrichten von unseren Freunden in Tabora zu erhalten, die zeigen, dass sie die Simulationstrainings auch in unserer Abwesenheit aktiv weiterführen. Dies bestärkt uns darin, dass die Kurse langfristig Wirkung zeigen und nachhaltig im klinischen Alltag verankert werden können.
Wir danken allen Beteiligten und Unterstützenden herzlich und freuen uns darauf, die Zusammenarbeit auch in Zukunft fortzuführen.
Dr. Annkathrin Butenschön

