Die Mitglieder der Swiss Medical Teams (SMT) engagieren sich langfristig in der medizinischen Entwicklungshilfe. Die SMT setzen sich aus erfahrenen Ärztinnen und Ärzten verschiedener operativer Disziplinen, Anästhesistinnen und Anästhesisten, Internistinnen und Internisten, Hausärztinnen und Hausärzten, Operationsfachpersonal sowie weiteren Spezialistinnen und Spezialisten aus dem Spitalumfeld zusammen, darunter Medizintechniker, Logistiker und Informatiker. Aktuell führen sie unentgeltlich Einsätze in öffentlichen Kliniken in Tansania und Tadschikistan durch. Dort beurteilen sie Patientinnen und Patienten, führen Sprechstunden durch und operieren bzw. arbeiten gemeinsam mit lokalen Kolleginnen und Kollegen. Sie geben ihr Fachwissen praktisch und theoretisch an Ärzte und Pflegepersonal weiter. Die SMT-Mitglieder bringen bei ihren Einsätzen gezielt benötigtes medizinisches Material wie chirurgische Instrumente, Verbrauchsmaterial und andere medizinische Hilfsgüter in die Partnerspitäler mit. Dabei versuchen sie, die Verwendung von Einwegmaterial zu minimieren, da die Abfallentsorgung an vielen Einsatzorten problematisch ist. Die Bereitschaft der Mitglieder zur mehrjährigen Mitarbeit ist für die SMT-Leitung entscheidend. Sowohl die Geschäftsleitung als auch das Präsidium arbeiten ehrenamtlich. Zudem bestehen keine Interessenbindungen bei anderen Organisationen oder NGOs, ausser zur Stiftung Swiss Medical Teams (SSMT). Drei Vereinsmitglieder sind gleichzeitig Mitglieder des Stiftungsrates. In Zusammenarbeit mit der Schweizerischen Gesellschaft für Chirurgie bieten die SMT jungen Ärztinnen und Ärzten aus der Schweiz und verschiedenen Fachdisziplinen die Möglichkeit, medizinische und kulturelle Erfahrungen in Entwicklungs- und Schwellenländern zu sammeln. Im Frühjahr 2024 beschlossen wir, uns im Rahmen der Generalversammlung von Swiss Surgical Teams auf Swiss Medical Teams umzubenennen. Diese Namensänderung spiegelt unser erweitertes Engagement wider, da auch nicht-chirurgische Berufsgruppen aktiv an unseren Missionen mitwirken. Neben der Chirurgie und Anästhesie sind mittlerweile auch Innere Medizin, Hausarztmedizin sowie Logistik, Medizintechnik und OP-Fachtechnik mit zahlreichen Fachpersonen vertreten und unverzichtbar für unsere Teams. Chirurginnen und Chirurgen und Anästhesistinnen und Anästhesisten sind mittlerweile auch Internistinnen und Internisten, Hausärztinnen und Hausärzte, Logistiker, Medizintechniker, OP-Personal und weitere Fachkräfte ein unverzichtbarer Teil unserer Teams. So können wir in unseren Projekten nicht nur medizinische Versorgung bieten, sondern auch die lokale Infrastruktur und Ausbildung in einem breiten Spektrum von Disziplinen unterstützen.
Im Jahr 2025 ist die politische Lage in mehreren der von uns unterstützten Länder weiterhin von Unsicherheiten geprägt, was die Durchführung unserer Missionen anspruchsvoll macht. Dennoch bleibt unser Engagement unerschütterlich, und wir setzen alles daran, die medizinische Versorgung und die Ausbildung von Fachkräften nachhaltig zu verbessern.
Für weiterführende Informationen, einschliesslich der Jahresrechnung und des Revisionsberichts, laden wir Sie herzlich ein, unsere Webseite unter www.swiss-medical-teams.org zu besuchen. Diese wird laufend aktualisiert und bietet einen umfassenden Einblick in unsere Einsätze, Projekte und Aktivitäten. Dort finden sich aktuelle Einsatzberichte sowie Bildmaterial, das einen vertieften Einblick in unsere Tätigkeit ermöglicht.
Ausblick auf das Jahr 2026
- Fortführung der bewährten Projekte in Tansania und Tadschikistan. Das Projekt Südpazifik wird für das Jahr 2026 pausiert
- Evaluation eines Laparoskopiekurses im Südpazifik
- Weitere Stärkung des internen Qualitätsmanagements und der systematischen Erfassung relevanter Kennzahlen
- Evaluation aller laufenden Teilprojekte im Hinblick auf Nachhaltigkeit, Wirkung und Ressourceneinsatz
- Projekte, welche die internen Richtlinien nicht erfüllen, werden beendet
- Weiterführung der Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsministerium Tadschikistans im Rahmen des bestehenden Kooperationsvertrags
- Vorbereitungen für die ZEWO-Rezertifizierung wurden im Herbst 2025 abgeschlossen; das definitive Ergebnis wird im Frühjahr 2026 erwartet. Bis dahin kann das ZEWO-Gütesiegel weiterhin geführt werden.
Projekte 2025
Projekt Tadschikistan (Projektleitungen: Stephan Jakob und Brigitte Fritschi):
Im Jahr 2025 fanden mehrere Einsätze der Swiss Medical Teams in Tadschikistan statt. Neben den etablierten Frühjahrseinsätzen wurden umfangreiche Vorbereitungen für den grossen Materialtransport sowie die Herbsteinsätze getroffen.
Im Frühjahr 2025 leistete zunächst ein kleines Team von SMT-Hausärztinnen und -Hausärzten einen dreiwöchigen Einsatz in der Region Khatlon. Der Schwerpunkt lag auf der Weiterbildung in der Grundversorgung, dem gemeinsamen klinischen Arbeiten sowie dem Mentoring einer jungen Generation engagierter Hausärztinnen und Hausärzte. Trotz weiterhin starrer medizinischer Protokolle zeigte sich ein zunehmendes kritisches Hinterfragen durch die jüngeren Kolleginnen und Kollegen. Der Mangel an medizinischem Material, geeigneten Untersuchungsgeräten und hygienischen Standards blieb eine zentrale Herausforderung.
Anfang Mai reiste ein grosses interdisziplinäres SMT-Team nach Dushanbe und Qabodiyon. In Qabodiyon stand nach fünf erfolgreichen Einsätzen die Übergabe der Projektverantwortung an das lokale Gesundheitspersonal im Vordergrund. Die Schwerpunkte lagen erneut in der Viszeralchirurgie, Anästhesiologie, OP-Pflege und Medizintechnik. In Dushanbe arbeiteten die Teams wie gewohnt im Karobolo-Spital in den Bereichen Neurochirurgie, Intensivmedizin und Kinderchirurgie. Neben operativem Teaching wurden Workshops durchgeführt, neue SOPs erarbeitet und eingeführt sowie Zertifikate an Teilnehmende vergeben.
Im Herbst 2025 konnten dank grosszügiger Unterstützung verschiedener Partner insgesamt 6,5 Tonnen medizinischer Hilfsgüter nach Tadschikistan transportiert werden. Der Materialtransport umfasste unter anderem Beatmungsgeräte, Kapnographen, Relaxometer, Ultraschallsonden sowie Akutrehabilitationshilfsmittel. Die Verteilung und Instruktion erfolgte im Rahmen der anschliessenden Einsätze in Dushanbe und Kulob.
In Kulob evaluierte ein kleines Team erstmals die Voraussetzungen für ein mögliches neues Teilprojekt. Die Offenheit, Motivation und das Engagement der lokalen Fachpersonen hinterliessen einen sehr positiven Eindruck, trotz weiterhin limitierter materieller Ressourcen.
Die Einsätze im Jahr 2025 führten zu messbaren Verbesserungen in mehreren Bereichen, zeigten aber auch weiterhin bestehende Probleme, insbesondere hinsichtlich Sauerstoffversorgung, Übersetzungsressourcen, Hygiene und rationalem Antibiotikaeinsatz. Diese Themen wurden im Rahmen eines Nachbesprechungstreffens mit dem Gesundheitsministerium offen angesprochen.
Projekt Tansania (Projektleitung André Kind):
Im Jahr 2025 konnten die Aktivitäten der Swiss Medical Teams in Tansania erfolgreich weitergeführt und ausgebaut werden. Der Fokus lag auf der Gynäkologie, Geburtshilfe sowie der Gefässmedizin.
Im Februar 2025 fand in Ifakara der sechste Kolposkopie- und Gebärmutterhalskrebsscreening-Kurs statt. 21 Teilnehmende aus ganz Tansania absolvierten eine Kombination aus theoretischer Ausbildung im St. Francis Referral Hospital und einem fünftägigen praktischen Teil. In diesem Rahmen wurden über 400 Frauen mittels HPV-Test untersucht, mehr als 110 gynäkologisch abgeklärt und 26 Frauen mit Krebsvorstufen direkt vor Ort behandelt. Der Kurs wurde erneut mit maximaler Punktzahl durch die tansanische Gesundheitsbehörde akkreditiert und genoss grosse Anerkennung.
Der vierte Gefäss-Ultraschall-Workshop wurde ebenfalls in Ifakara durchgeführt. 15 Teilnehmende aus Innerer Medizin, Radiologie, Chirurgie und Pflege nahmen an dem vom Medical Council of Tanzania anerkannten Kurs teil. Neben der theoretischen Ausbildung lag der Schwerpunkt auf umfangreichen praktischen Übungen. Alle Teilnehmenden bestanden die Abschlussprüfung erfolgreich. Die Kurse leisten einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der diagnostischen Fähigkeiten in einem Umfeld, in dem zwar Ultraschallgeräte vorhanden sind, entsprechende Kenntnisse jedoch oft fehlen.
Im April 2025 reiste ein achtköpfiges SMT-Team nach Tabora, Tansania, an das Partnerspital Kitete Regional Referral Hospital, mit dem die Swiss Medical Teams seit zehn Jahren zusammenarbeiten. Der Einsatz stand im Zeichen der Geburtshilfe und der Durchführung geburtshilflicher Simulationskurse. Das Schweizer Team, bestehend aus vier Hebammen, einer Medizintechnikerin sowie drei Ärztinnen, führte in enger Zusammenarbeit mit dem lokalen Personal insgesamt vier Simulationskurse durch. Thematisiert wurden zentrale geburtshilfliche Notfälle wie vor- und nachgeburtliche Blutungen, Präeklampsie, Sepsis und Schulterdystokie. Neben einem viertägigen Kurs am Kitete Spital fanden weitere Kurse in regionalen Gesundheitseinrichtungen sowie erstmals an einer Hebammenschule in Nzega statt.
Insgesamt nahmen rund 95 Fachpersonen an den Kursen teil. Die erstmalige Zusammenarbeit mit der Hebammenschule stiess auf grosses Interesse und bildet eine vielversprechende Grundlage für eine weiterführende Kooperation. Die begleitende medizintechnische Unterstützung verdeutlichte erneut die Bedeutung einer funktionierenden Infrastruktur für eine qualitativ hochwertige geburtshilfliche Versorgung.
Der Einsatz bestätigte das grosse Potenzial der geburtshilflichen Ausbildung zur nachhaltigen Senkung der Mütter- und Kindersterblichkeit in der Region.
Projekt Suedpazifik (Projektleitung Martin Walliser):
Im Jahr 2025 fanden keine aktiven Einsätze im Südpazifik statt. Die bestehenden Projekte wurden kritisch überprüft. Aufgrund veränderter Rahmenbedingungen, personeller Ressourcen und der zunehmenden Übernahme des Gesundheitswesens durch andere Akteure wurde auf operative Einsätze verzichtet. Der Projektstatus bleibt vorläufig offen, alternative Ausbildungsansätze werden geprüft.
Ein herzlicher Dank geht an alle Mitglieder, Unterstützerinnen und Unterstützer, Spenderinnen und Spender sowie unsere lokalen Partner. Ihr Engagement ist die Grundlage für die nachhaltige Arbeit der Swiss Medical Teams.
Im Berichtsjahr wurde erheblicher personeller und zeitlicher Aufwand in die Ausarbeitung eines umfangreichen Förderantrags an die Stadt Zürich investiert. Der Antrag basierte auf klar definierten Zielsetzungen, überprüfbaren Kennzahlen sowie der langjährigen Erfahrung der Swiss Medical Teams in der medizinischen Entwicklungszusammenarbeit und erfüllte die formalen und inhaltlichen Vorgaben der Ausschreibung. Trotz dieser Vorarbeiten und der eingereichten Unterlagen wurde der Förderantrag durch die Stadt Zürich abgelehnt.
Dank vorhandener Mittel in der Stiftung Swiss Medical Teams können die laufenden Projekte derzeit weiterhin finanziert werden. Gleichzeitig führt diese Situation dazu, dass Projekte künftig noch konsequenter anhand der intern festgelegten Kriterien evaluiert werden. Insbesondere wird überprüft, ob bestehende Projekte alle definierten Voraussetzungen hinsichtlich Wirkung, Nachhaltigkeit, Dokumentation und Ressourceneinsatz erfüllen und ob neue Projekte unter den gegebenen finanziellen Rahmenbedingungen begonnen werden können.
Die positiven Entwicklungen in unseren Projekten im Jahr 2025 bestärken uns, den eingeschlagenen Weg weiterzugehen. Wir sind überzeugt, dass unsere gemeinsamen Anstrengungen auch in Zukunft einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Verbesserung der medizinischen Versorgung in den von uns unterstützten Regionen leisten werden.