Vom 26.01. bis zum 31.01 fand zum siebten Mal der Kolposkopie- und Gebärmutterhalskrebsscreeningkurs statt, welcher theoretische Inhalte mit der praktischen Anwendung und Schulung verknüpft und sich so als anerkanntes und von der tansanischen Gesundheitsbehörde akkreditiertes Fortbildungsangebot etabliert hat.
Der Kurs wurde vollständig im Krankenhaus einer Zuckerfabrik im Kilombero-Distrikt in der Region Morogoro durchgeführt, wofür sich 14 Teilnehmende aus verschiedenen Fachrichtungen und Regionen des Landes zusammenfanden. Zusätzlich waren 4 Mitarbeitende des örtliches Krankenhauspersonals anwesend und wurden aktiv in die Durchführung eingebunden. Die Anzahl der Kursteilnehmenden war erfreulich, da wir initial aufgrund der politischen Situation in Tansania nicht sicher waren, ob Teilnehmende anreisen würden. Da es politisch aktuell aber ruhig ist, war eine sichere Reise möglich.
An vier der sechs Kurstage untersuchten die Teilnehmenden dann unter Supervision 120 der 350 mit einem HPV-Test gescreenten Frauen, welche im Vorfeld eingeladen und erfasst wurden. Aus diesen durchgeführten Kolposkopien resultierten 40 Behandlungen von Krebsvorstufen. Im Rahmen der praktischen Arbeit und der vielzähligen Untersuchungen konnten so Erfahrungen in allen Bereichen der Untersuchung, Diagnostik und Therapie gesammelt und das im theoretischen Teil des Kurses Erarbeitete angewendet werden.
Sowohl der klinische als auch der labordiagnostische Teil der Untersuchungen werden zunehmend eigenständig durch das lokale Team übernommen, was dem Ziel des Projekts, nachhaltig bestehende Screening- und Behandlungsstrukturen aufzubauen und zu stärken, entspricht.
Neben seinem praktischen Wert für Patientinnen und Teilnehmende bot der Kurs zudem Raum für einen wertvollen fachlichen Austausch bezüglich HPV-Screeningstrategien, sowie dem Umgang mit diagnostizierten Dysplasien in Tansania.
Obwohl das Thema zunehmend Aufmerksamkeit seitens der tansanischen Gesundheitsbehörden erhält, besteht weiterhin Bedarf an praktikablen und flächendeckenden Konzepten. Der im Laufe der Tage stattgefundene Diskurs trägt dazu bei, entsprechende Ansätze gemeinsam mit den lokalen Partner*innen weiterzuentwickeln. Dies wurde unter anderem durch die Anwesenheit eines Vertreters des Geundheitsministeriums unterstützt.
Der nächste Kurs ist bereits in Planung.
André Kind
